ND- und Polfilter werden oft gemeinsam genannt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
ND-Filter: weniger Licht
Ein ND-Filter reduziert die Lichtmenge, die in die Kamera gelangt. So kann bei hellem Tageslicht eine passende Verschlusszeit beibehalten werden. Für Video ist bei 25 Bildern pro Sekunde etwa 1/50 Sekunde ein guter Ausgangspunkt.
Der Filter macht Wasser nicht automatisch weicher. Er gibt nur mehr Spielraum für Verschlusszeit, Blende und ISO. Wie Wasser aussieht, hängt weiterhin von seiner Bewegung und den Kameraeinstellungen ab.
Polfilter: Reflexionen steuern
Ein Polfilter kann Spiegelungen auf Wasser, nassen Steinen oder Blättern verringern. Dadurch werden manchmal Strukturen unter der Wasseroberfläche oder kräftigere Blattfarben sichtbar.
Reflexionen können aber auch zur Atmosphäre gehören. Licht auf einem Bach oder Himmel auf einem See sollte nicht automatisch entfernt werden. Drehe den Filter langsam und suche die passende Balance – nicht immer die stärkste Wirkung.
Bei sehr weitem Bildwinkel kann ein Polfilter den Himmel ungleichmäßig abdunkeln. Mehrere Filter übereinander können außerdem dunkle Ecken, Reflexe oder Farbstiche verursachen.
Direkt ausprobieren
- ND-Filter verwenden, wenn bei gewünschter Verschlusszeit zu viel Licht vorhanden ist.
- Polfilter mit und ohne Wirkung vergleichen.
- Nach jedem Filterwechsel Belichtung, Farben und Bildränder erneut prüfen.
- Einen Filter weglassen, wenn er eine wichtige Spiegelung oder natürliche Lichtstimmung entfernt.
Kurz gemerkt
Ein ND-Filter steuert Licht. Ein Polfilter steuert bestimmte Reflexionen. Beide sind Werkzeuge – keine automatische Verbesserung.
